Nebenwirkungen
Chemotherapie
Wie unter "Chemotherapie" schon erwähnt, greifen die Medikamente ALLE sich schnell erneuernden/wachsenden Zellen an. Dazu gehört dann natürlich auch eigentlich gesundes Gewebe wie die Mundschleimhäute, Haare und auch das Knochenmark (in dem die Blutzellen produziert werden).
Da die Begleiterscheinungen von Patient zu Patient sehr, sehr unterschiedlich ausfallen (je nachdem welche Medikamente Sie genau verabreicht bekommen), können auch keine genauen Voraussagen getroffen werden. Hier sollen nur einige Nebenwirkungen aufgelistet werden, die am häufigsten auftreten und absolut typisch sind:
- Schwäche
- Übelkeit und Erbrechen
- Haarausfall (bis zum völligen Haarverlust)
- Entzündung der Mund- und Rachenschleimhäute
- Taubheitsgefühl in den Fingerspitzen
Weiterhin möchte ich noch einige andere Nebenwirkungen auflisten, die aber nicht unbedingt eintreten müssen:
- Zeugungsunfähigkeit beim Mann (hängt stark von den verabreichten Medikamenten ab) Daher sollte man UNBEDINGT VOR BEGINN der Therapie Spermien konservieren lassen (siehe auch Kryokonservierung).
- Bei der Frau könnte die Menopause vorzeitig eintreten. Je nach Alter und Gesamtdosis der verabreichten Zytostatika kann die Menstruation aber auch zu einem späteren Zeitpunkt spontan wieder eintreten.
- Weiterhin kann es zu einer chronischen Lungenentzündung kommen.
Es ist noch wichtig zu wissen, dass man bei einem Gespräch über die Nebenwirkungen mit dem behandelnden Arzt nicht erschrecken sollte (der Arzt wird noch wesentlich mehr mögliche Begleiterscheinungen aufzählen), denn er unterscheidet im Normalfall nicht nach häufigen (z.B. Haarausfall) und ganz seltenen Nebenwirkungen (z.B. der chronischen Lungenentzündung). Aber wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie Ihren Arzt gezielt auf bestimmte Nebenwirkungen an.
Strahlentherapie
Auch hier sind die Nebenwirkungen sehr unterschiedlich, doch möglich sind:
- Hautschäden
- Mundtrockenheit
- Veränderung oder Verlust des Geschmacksempfindens
- Schleimhautentzündung (tritt nahezu bei 100% der Patienten ein)
- Appetitlosigkeit
- Müdigkeit
- Übelkeit und Brechreiz
- Haarausfall (tritt nahezu bei 100% der Patienten ein)
Quelle: "Morbus Hodgkin – Die blauen Ratgeber 21" der deutschen Krebshilfe – Seite 31
Da die Haut in manchen Fällen neben einer trockenen Schuppung auch gerötet sein kann, vermeiden Sie an diesen Stellen unbedingt hautreizende Seifen, Bürsten, Frottieren, Anwendung von Alkohol, Benzin, Äther, Parfum, Deospray, hautreizende Pflaster, (Rheuma-) Einreibemittel, Wärmebehandlung mittels heißer Umschläge oder Infrarotbestrahlung, Reiben, Kratzen, beengende und scheuernde Kleidungsstücke, Gürtel oder drückende Strapse.
Zur Pflege von strapazierter Haut verwenden Sie bitte unbedingt nur Medikamente/Salben, die Ihr Radioonkologe Ihnen verordnet hat. Sprechen Sie ihn bei Bedarf einfach darauf an.