Kryokonservierung

Was ist Kryokonservierung?
Das Wort "Kryo" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "kalt, gefroren". Bei dem Verfahren wird das Ejakulat mit den Spermien […] in flüssigem Stickstoff bis auf -170 °C tiefgefroren. Durch dieses Verfahren kann die Lebensdauer der Spermien bzw. ihre für die Zeugung biologisch wichtige Funktion verlängert werden. Bei späterem Kinderwunsch kann im Rahmen einer assistierten Befruchtung auf diese kryokonservierten Spermien zurückgegriffen werden.

Für wen?
  • Patienten vor Chemo- oder Strahlentherapie bei Tumorerkrankung, die zur Zerstörung der Samenbildung führen kann
  • Patienten mit Tumoren des Hodens, die mit dem Tumor entfernt werden müssen
  • Patienten vor Vasektomie
  • Patienten mit Verschluss der Samenleiter
  • Patienten mit unvollständiger Spermatogenese
  • Patienten, die aus anderen Beweggründen ihr Erbgut erhalten möchten

Warum?
  • damit auch nach überstandenem Tumorleiden der Wunsch nach einem Kind erfüllt werden kann
  • um aus Hodengewebe Spermien für die assistierte Befruchtung zu gewinnen

Wie?
Nach der allgemeinen Beratung über die Kryokonservierung (Verträge, Kosten etc.) erfolgt eine reguläre Untersuchung des Patienten inklusive Anamnese, körperlicher Untersuchung, Ultraschall des Skrotalorgane und Bestimmung der reproduktiven Hormone durch die Ärzte des IRM (= Institut für Reproduktionsmedizin). Für die Kryokonservierung des Ejakulats muss der Patient eine Samenprobe abgeben. Anschließend wird diese auf Spermien untersucht, mit einem Kryoprotektivum versehen und ggf. eingefroren.

Die Gewinnung des Hodengewebes erfolgt operativ unter Narkose in der Urologischen Universitätsklinik Münster. Ein kleiner Teil des Gewebes wird direkt auf das Vorhandensein von Spermien untersucht.

Nach kurzer Inkubation mit einem Kryoprotektivum wird das restliche Gewebe anschließend eingefroren.

Durch die Lagerung im flüssigen Stickstoff bleiben die Proben nahezu unbegrenzt haltbar. Bisherige Untersuchungen haben gezeigt, dass Lagerungszeiten von bis zu 20 Jahren keinen Einfluss auf die Qualität der Spermien hatten.

Bisher ergeben sich keine Hinweise auf genetische Risiken bei der Verwendung kryokonservierter Spermien.


Kontakt
Universitätsklinikum Münster
Institut für Reproduktionsmedizin
Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h.c.E. Nieschlag, FRCP
Domagkstraße 11
48149 Münster

Quelle: "Kryo-Bank - Spermien auf Eis – Erbgut sichern" Informationsbroschüre des Institut für Reproduktionsmedizin
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