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Die Therapie

Ja, die Therapie. Wo fange ich da am Besten an? Zunächst mal beim "Jetzt": Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, am 11. März 2008, sechs Monate nach der Therapie, geht es mir gesundheitlich wieder sehr gut. Die bisherigen Nachuntersuchungen haben nur Positives ergeben, was mich, meine Familie und natürlich auch meine Ärztin (Frau Dr. Hindal vom St.-Johannes-Hospital in Dortmund) freut.

Doch vom Hier und Heute starten wir mal einen Rückblick zum 05. Juni 2007, zwei Wochen nach meinem 23. Geburtstag und dem ersten Tag meiner Chemotherapie.

Das erste Medikament, das mir verabreicht wurde, ist gegen eine evtl. bevorstehende Übelkeit, gefolgt von einer Spritze Vinblastin. Sofort ging es weiter mit 250 ml Doxorubicin (einer roten Flüssigkeit), welches die DNA-Synthese blockiert und damit einen Zelltod von sich schnell vermehrenden Zellen hervorruft. Mit den sich schnell vermehrenden Zellen sind hier natürlich überwiegend Krebs-/Tumorzellen gemeint, denn diese sind (einfach ausgedrückt) nichts anderes als unkontrolliert wachsende Zellen. Weitere sich schnell vermehrende Zellen sind z.B. Schleimhäute und Haare.

Die dritte und letzte Infusion namens Dacarbazin verändert die chemische Struktur der DNS und muss aufgrund seiner hohen Aggressivität zusammen mit 1000 ml Kochsalzlösung als Verdünnung verabreicht werden. Ist das Verhältnis zwischen Dacarbazin und Kochsalzlösung nicht richtig ausgewogen, fängt es recht schnell an zu brennen und ist äußerst unangenehm. Sollte dies auch bei Euch der Fall sein, sofort beim Pflegepersonal melden und richtig einstellen lassen. Ansonsten können die Venen stark gereizt werden.
Zum Abschluss gab es noch eine Kortisontablette und ich durfte nach Hause.

Die weiteren drei Behandlungen liefen identisch ab, so dass es da nichts Aufregendes zu berichten gibt.

Was allerdings erwähnt werden sollte/muss, sind die entstandenen Nebenwirkungen:
Ein paar Tage nach der ersten Chemo haben sich die Schleimhäute im Mund entzündet, wodurch das Essen und Trinken schmerzhaft wurde. Doch mit Parodontax oder Salviathymol (beides Mundspüllösungen) konnte ich der Entzüdung gut entgegenwirken.

Auch ein leichtes Kribbeln in den Fingerspitzen war zu spüren, was jedoch nicht sehr störend und nach ein paar Wochen auch schon wieder verschwunden war.

Viele Patienten klagen bei einer Chemotherapie über starke Übelkeit und Erbrechen. Dies war bei mir zum Glück nicht der Fall. Zumindest nicht stark. Was sich jedoch auch bei mir bemerkbar gemacht hat, war eine ganz leichte Dauerübelkeit, fast so als wenn einem vor Hunger schlecht ist.

Eine weitere "ungewöhnliche Nebenwirkung" war die Tatsache, dass ich STÄNDIG Hunger hatte. Jedoch nicht auf irgendwas... Neeeein, wenn schon, dann auf richtig deftige Sachen, wie z.B. Bratkartoffeln, Würstchen, Pommes, Gyros, Kartoffelsalat, Pizza. Also alles schön fettig und salzig. Zum Glück hab ich nicht alles gegessen, auf was ich Hunger hatte, sonst sähe ich jetzt aus wie ein Kloß :-D Nichtsdestotrotz habe ich während der Therapie stolze 8-9 Kilo zugenommen.

Zum Thema "Haarausfall" kann ich an dieser Stelle nicht viel berichten, da bei mir alle Haare an Ort und Stelle geblieben sind :-)

Alles in allem habe ich die Chemo jedoch sehr gut und ohne größere Zwischenfälle hinter mich gebracht.
Dass sich dies bei der mir damals noch bevorstehenden Strahlentherapie drastisch ändern sollte, wusste und ahnte ich noch nicht. Doch auch diese schmerzliche Erfahrung musste ich machen.

Doch vorher konnte ich mich nochmal zusammen mit meinen Eltern bei einem erlebnisreichen Wochenendtrip in das wunderschöne Venedig erholen. Da dies aber kein Urlaubsbericht werden soll, überspringe ich diesen Teil. Wer sich jedoch trotzdem einen kleinen Eindruck von meinem Venedig-Kurzurlaub verschaffen möchte, der kann sich ja meine Bilder auf meiner zweiten Website www.your-photo.net anschauen.

Zurück zum nächsten und weitaus unangenehmeren Teil der Behandlung, der Strahlentherapie.
Insgesamt musste ich 17 Bestrahlungen über mich ergehen lassen. Die Bestrahlungen an sich sind komplett schmerzfrei und dauern nur wenige Sekunden (weiter Infos zur Strahelntherapie), doch die Nebenwirkungen waren verheerend.

Da der bei mir betroffene Lymphknoten am Hals saß, wurde ich auch in diesem Bereich bestrahlt. Dieser erstreckte sich (vertikal) vom Schlüsselbein bis hoch zum Wangenknochen und (horizontal) von der linken Seite bis über die Speiseröhre.

Die Speiseröhre, ja... Genau das war der Knackpunkt!

Die erste Bestrahlung fand am 07. August 2007 statt. Nach der 6./7. Bestrahlung machte sich eine leichte Entzündung der Speiseröhre bemerkbar. Das Gefühl war das gleiche wie bei einer starken Erkältung im Anfangsstadium. Es war, als hätte sich direkt über dem Kehlkopf ein Schleimpfropfen gebildet, den man jedoch weder hinunter schlucken, noch abhusten konnte.

Innerhalb der nächsten 3-4 Behandlungen verstärkte sich dieses Gefühl drastisch. Aus dem kleinen Schleimpfropfen wurde ein gefühlter Golfball. Ich glaube zwar nicht, dass sich dort wirklich etwas festgesetzt hat, doch die unbeschreiblichen Schmerzen hämmerten mir dieses Gefühl in den Kopf.

Ich konnte weder "normal Schlucken", noch Essen, noch Trinken, noch irgendwas machen. Es war wirklich fast unerträglich. Nachts bin ich vor Schmerzen aufgewacht und konnte nicht mehr einschlafen. Hinzu kam dann noch dieser Teufelskreislauf: gefühlter Pfropfen im Hals löst Schluckreflex aus, Schluckreflex verursacht starke Schmerzen, starke Schmerzen lassen den Pfropfen scheinbar noch größer werden, dadurch Schluckreflex usw.

Das Essen und Trinken ging in dieser Zeit nur noch in kleinsten Mini-Portiönchen. Selbst den heißgeliebten Kartoffelsalat von meiner Mama musste ich stehen lassen, weil ich nicht schlucken konnte :-(

Doch es gab auch eine nicht-schmerzhafte Nebenwirkung: Nach der ca. 14 Behandlung fielen meine Barthaare auf der linken, bestrahlten Gesichtshälfte und in einem Teilbereich des Nackens komplett aus. Das war nicht weiter schlimm und sah sogar ein wenig lustig aus und hatte den großen Vorteil, dass man nur noch die Hälfte der Zeit zum Rasieren brauchte :-D

Am 05. September hatte ich die letzte Bestrahlung. Bis die Halsschmerzen weg waren, vergingen aber noch gute 3-4 Wochen, und die Haare brauchten 2-3 Monate um wieder nachzuwachsen.

Doch seitdem ist die gesamte Behandlung abgeschlossen. Bisher mit Erfolg. Wie oben schon geschrieben, haben die Nachuntersuchungen keinerlei Negatives zum Vorschein gebracht. Alle Lymphknoten sind im grünen Bereich, nichts Auffälliges. Und das hält hoffentlich auch noch lange an, gerne für immer.

Allen, denen eine Behandlung noch bevorsteht, oder die sich gerade mittendrin befinden, wünsche ich viel Kraft und Durchhaltevermögen. Ihr müsst (natürlich im positiven Sinne gedacht) das Licht am Ende des dunklen Tunnels sehen. Es gibt immer Hoffnung, darum heißt es ja auch: "Die Hoffnung stirbt zuletzt".

If only for a second - Wenn auch nur für eine Sekunde

Ein sehr schöner Kurzfilm über eine Organisation die Krebspatienten hilft, die Krankheit zumindest für wenige Sekunden zu vergessen.

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