Home | Suche | Impressum

So fing alles an

Alles begann Anfang Januar 2007 im Büro (zu der Zeit war ich noch Auszubildender zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien in einer Werbeagentur in Lünen). Ich saß am Rechner, und auf einmal juckte es ganz leicht auf der linken Seite meines Halses, so dass ich mich dort kratzte. Ich spürte einen deutlichen Knubbel unter der Haut (ca. 1x1 cm groß). Aufgrund des Juckreizes dachte ich zunächst, es sei ein Insektenstich, weshalb ich mich erstmal nicht weiter drum kümmerte. Da ich nach dem Motto lebe "Was von allein kommt, wird auch schon von allein wieder verschwinden.", machte ich mir keine Gedanken über den Knubbel, da der ja bestimmt in ein paar Tagen wieder weg sein würde.

Nach einer Woche war er jedoch immer noch da. Zwar nicht größer geworden, aber auch nicht kleiner. Da ich aber keine Schmerzen hatte, mied ich zunächst noch den Arztbesuch; warum sollte ich auch hin, tut ja nichts weh. Hinzu kam, dass schon seit längerem ein Urlaub auf Madeira geplant war, den ich natürlich unter keinen Umständen absagen wollte. So vergingen ca. 3 Wochen, und ich flog erstmal völlig unbekümmert nach Madeira. Zehn Tage später war ich auch schon wieder in Deutschland, und der Knubbel war immer noch da; von der Größe her immer noch unverändert und immer noch nicht schmerzhaft. Auch der Februar verstrich ohne jeglichen Arztbesuch.

So langsam, nach 7-8 Wochen mit Knubbel am Hals, den ich inzwischen selbst auf einen angeschwollenen Lymphknoten zurückführte, begab ich mich dann Anfang März doch mal zum Arzt. Dieser kontrollierte meine Blutwerte und machte eine Ultraschalluntersuchung an der betroffenen Stelle am Hals. Alle Untersuchungen ergaben keinen ausreichenden Befund, und auch ein HIV-Test war negativ (bei einer Ansteckung mit HIV schwellen nämlich auch Lymphknoten an). Mein Hausarzt ordnete eine Computertomographie im Josefs-Hospital in Dortmund-Hörde an, bei der aber auch nichts weiter herauskam. Man konnte den angeschwollenen Lymphknoten zwar eindeutig sehen, aber keine Ursache feststellen.

Mein Hausarzt riet mir, den Lymphknoten operativ entfernen zu lassen, um eine genauere Untersuchung machen und damit eine mögliche Ursache feststellen zu können. Da ich ja auch nicht weiter wusste und der Lymphknoten schon über zwei Monate angeschwollen war, stimmte ich der Operation zu und begab mich am Donnerstag, den 19. April ins Johannes-Hospital in der Dortmunder Innenstadt und wurde dort auf der HNO-Station untergebracht. An diesem Donnerstag passierte allerdings nicht viel. Es wurde nochmals Blut abgenommen und zusätzlich mit einer feinen Nadel in den Finger gepiekt, um zu sehen, wie schnell sich diese kleine Wunde wieder schließt. Im Normalfall tut sie dies innerhalb von 60 Sekunden, was bei mir auch der Fall war. Soweit war also alles fein und ich wartete den Freitagmorgen, den Tag der Operation, mit Lernen für meine schriftliche Abschlussprüfung ab.

Schließlich war es soweit, ca. 8:00 Uhr morgens, und schon lag ich im "Engelskostüm" (diese "wunderschönen" OP-Kleidchen) in der OP-Schleuse. Ein paar Minuten später befand ich mich auch schon direkt im OP, und mir wurde ein Zugang am rechten Handrücken für die Narkose gelegt. Ich dachte eigentlich ich würde noch mitbekommen, wie ich langsam einschlafe, doch nach 3 oder 4 Sekunden war ich auch schon im Tiefschlaf mit den schönsten Träumen.

Um ungefähr 10:00 wachte ich, noch völlig benommen, im Aufwachraum auf. Alle Bewegungen, z.B. das Kratzen am Kopf, dauerten auf Grund der noch fehlenden Koordination etwas länger als üblich. Nur wenige Minuten nach dem Aufwachen standen auch schon die Schwestern meiner Station parat, um mich wieder auf mein Zimmer zu bringen. Dort schlief ich mich bis 14:00 oder 15:00 Uhr erst nochmal richtig aus. Zum Glück hatte ich keinerlei Schmerzen, so dass ich mich ausgeschlafen wieder an meine Bücher für die Abschlussprüfung begeben konnte *ächz*.

Der Freitag verging, der Samstag verging, der Sonntag verging, und Montagvormittag war Visite. Der leitende Oberarzt sowie eine weitere Ärztin und ein Pfleger erkundigten sich nach meinem Wohlbefinden. Da ich keinerlei Schmerzen hatte und mich auch so sehr wohl fühlte, konnte ich nichts Negatives berichten. Der Oberarzt meinte, dass mein Lymphknoten (LK) nach Lübeck zu einem Spezialisten geschickt wurde, da bei der Untersuchung des LK direkt im Krankenhaus der histologische Befund noch nicht eindeutig gewesen war und man nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob es nun gut- oder bösartig sei. Ich dachte nur insgeheim: "Ja nee, schon klar Was Bösartiges wird es schon nicht sein So schlimm wird's nicht." Weiterhin meinte der Oberarzt, ich könne dann auch schon am nächsten Tag, also am Dienstag, entlassen werden, doch ich wiedersprach und meinte, dass das doch auch BESTIMMT schon heute möglich sei, da mir ja nichts weiter fehle. Er fragte mich, ob er mir damit einen Gefallen tun würde, was ich UMGEHEND mit einem knappen und eindeutigen "JA" beantwortete. Er stimmte dem dann doch zu; ich sollte jedoch noch den Verband wechseln lassen und müsste mich noch so lange gedulden. Die paar Minuten konnte ich dann auch noch abwarten.

Der Verband wurde gewechselt und ich konnte nach Hause.

Am Donnerstag der Folgewoche (am 3. Mai) hatte ich dann einen Termin zur Besprechung des histologischen Befundes im Johannes-Hospital. Nach kurzem Vorgeplänkel meinte die Ärztin dann: "Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass es sich bei Ihnen um ein klassisches Hodgkin-Lymphom vom Mischtyp handelt." "Aha, und das heißt? Was ist das genau?" "Das ist ein bösartiger Lymphdrüsenkrebs." Mir fiel in dem Moment nichts anderes ein als: "Ui.".

Wir besprachen noch ein paar Einzelheiten, wobei die Ärztin das Gespräch noch nicht so sehr vertiefen wollte, da sie selbst HNO-Ärztin und keine Onkologin ist. Wir vereinbarten aber direkt für den Folgetag einen Termin bei Dr. Hagen von der Onkologie im Johannes-Hospital.

Meine Mutter, die bei dem "Verkündungs-Gespräch" auch mit dabei war, war glaube ich geschockter als ich. Ich machte mir irgendwie so gar keine Sorgen und nahm alles sehr gelassen hin. Für mich war und ist die Krankheit eigentlich immer noch wie ein kleiner Schnupfen.

Herr Dr. Hagen klärte mich im Groben auch noch mal über Morbus-Hodgkin, die Chemo- und Strahlentherapie auf und dass ich meinen geplanten Urlaub in der Türkei (ab dem 16. Juni) wohl absagen müsse, weil dies genau in den Zeitraum der Therapie fallen würde. Das war natürlich blöd, denn darauf hatte ich mich schon gefreut. Doch was sein muss, muss sein, schließlich ging es ja um die Heilung von Krebs.

Da ich ja nun auch mitten in den Vorbereitungen für meine Abschlussprüfung stand (schriftliche Prüfung am 8. Mai und praktische Prüfung am 24. und 25. Mai), musste ich schnellstmöglich mit der IHK telefonieren und nachfragen, ob ich evtl., je nachdem wie meine Behandlungstermine sind, meine Prüfung verschieben oder evtl. im Krankenhaus machen könnte. Die Dame bei der IHK war sehr freundlich und zuvorkommend und meinte, dass das wohl kein Problem sei und man mir dort keine Steine in den Weg legen würde. Notfalls könne man auch einen Einzel-Nachprüfungstermin vereinbaren.

Fünf Tage nach der unerfreulichen Bekanntgabe der Untersuchungsergebnisse war auch schon die schriftliche Prüfung (am 8. Mai). Über insgesamt 6 Stunden hinweg wurden nun vier unterschiedliche Themengebiete abgefragt. Um 14:15 Uhr waren wir dann fertig und uns wurden die Aufgaben für die praktische Prüfung mitgeteilt. Einer der Prüfer, den die Dame von der IHK bzgl. meines Anrufes bei ihr angesprochen hatte, hielt mit mir auch noch kurz Rücksprache bzgl. der praktischen Prüfung. Da ich ja noch keinerlei Untersuchungs- und Therapietermine wusste, konnte ich ihm auch leider noch nichts Genaueres sagen. Doch auch er bestätigte mir nochmal, dass man mir keine Steine in den Weg legen werde und man eine Lösung finden würde. Die praktische Prüfung sollte zwar erst am 24. Mai stattfinden, doch ab jetzt hatten wir Zeit, eine Konzeption zu verfassen, welche wir bis spätestens 23. Mai per Mail an einen Prüfer schicken mussten. Die Konzeption beinhaltete eigentlich die ganze theoretische Umsetzung der praktischen Aufgabe (ich musste eine Internetpräsenz für eine Friseurkette gestalten), wie z.B., warum man welche Farbe, welche Schriften, welche Bilder, etc. verwendet und warum man die Internetseite so und so aufteilt. Am 24. Mai fand dann die praktische Aufgabe, also die Umsetzung der Internetseite, im Betrieb statt. Da ich gut vorbereitet war und zwischendurch nur kurze Zeit im Krankenhaus verbringen musste, konnte ich diesen Termin zum Glück problemlos einhalten.

If only for a second - Wenn auch nur für eine Sekunde

Ein sehr schöner Kurzfilm über eine Organisation die Krebspatienten hilft, die Krankheit zumindest für wenige Sekunden zu vergessen.

Zum Video...

Radioaktive Bakterien zerstören Krebstumoren

Radioaktive Bakterien greifen Tumorzellen an, verschonen aber gesundes Gewebe. In Versuchen mit Mäusen wurden 90 Prozent der Metastasen zerstört.

Ganzen Artikel lesen...

Browser aktualisieren und die Welt wird schön!

Es gibt (fast) nichts Schlimmeres als veraltete Web-Browser. Obwohl die Technologie des www so weit fortgeschritten ist, surfen dennoch viele User mit nicht aktualisierten Web-Broswern durchs Netz. Dies ist ein Aufruf an alle, JETZT ihren Browser zu aktualisieren, oder auf einen ganz Neuen umzusteigen.

Ganzen Artikel lesen...

Molekulare Kampfma-schinen gegen Tumor

WELT ONLINE berichtet:
Viren können Krebszellen zerstören. Nun erhalten Patienten in Heidelberg diese neue Therapie. Ein erster Betroffener wurde jetzt aus Klinik entlassen.

Ganzen Artikel lesen...

Traubenkernextrakt
tötet Krebszellen

grenzwissenschaft-aktuell.de berichtet:
In einer aktuellen Studie zeigen US-Forscher nun, dass Traubenkernextrakt die karzinomen Zellen absterben lässt, während die gesunden Zellen unbeeinträchtigt bleiben.

Ganzen Artikel lesen...

Zucker verleitet Krebs-zellen zum Selbstmord

WELT ONLINE berichtet:
Garaus für den Krebs: Ein spezieller Zucker entfernt im Inneren der Zelle ein Protein, das der Tumor als Schutzmechanismus benütigt.

Ganzen Artikel lesen...

Therapie-Ende

Hier findet ihr meinen Bericht über meine Chemo- und Strahlentherapie. Wie lief es genau ab, was waren meine persönlichen Erfahrungen, wie habe ich mich gefühlt.

Jetzt lesen...